Rosenstämmchen und Obstbaumstämme im Winter schützen

Den Winterschutz der Stämme von Jungbäumen und Obstgehölzen, sowie von Hochstammrosen und anderen „auf Stamm gezogenen“ Pflanzen gilt es im späten Herbst vorzubereiten. Die Stämme sollen vor Spannungs- und Frostrissen in der Rinde geschützt werden, die durch große Temperaturschwankungen im späten Winter entstehen können, wenn in der Nacht noch Frost herrscht und am Tag schon recht intensive Sonnenstrahlung erste Wärme mit... mehr erfahren »

Den Winterschutz der Stämme von Jungbäumen und Obstgehölzen, sowie von Hochstammrosen und anderen „auf Stamm gezogenen“ Pflanzen gilt es im späten Herbst vorzubereiten. Die Stämme sollen vor Spannungs- und Frostrissen in der Rinde geschützt werden, die durch große Temperaturschwankungen im späten Winter entstehen können, wenn in der Nacht noch Frost herrscht und am Tag schon recht intensive Sonnenstrahlung erste Wärme mit sich bringt.

Stammschutz für Obstbäume und Jungbäume

Am Ende des Winters im Februar gewinnt die Sonne wieder an Kraft und Wärme. In der Nacht gibt es jedoch weiterhin Minus-Temperaturen. So sind die empfindlichen Zonen der Obstbaumstämme direkt unter der Rinde, in denen sich die Leitungsbahnen befinden, morgens noch gefroren. Dunkle und glatte Stämme, wie bei Jung- und Obstbäumen (Apfel, Birne, Kirsche) adsorbieren aber die Wärme der ersten Sonnenstrahlen und erwärmen sich. Die Borke, in den von der Sonne erwärmten oberen Schichten, dehnt sich stärker aus, als die darunterliegende noch gefrorene Schicht. Dies führt zum Aufspringen der Äußeren Rinde, es entstehen sogenannte Frost- und Spannungsrisse.
Auch auf kleinstem Raum, zwischen besonnter Vorderseite eines Stamms und der gefrorenen Rückseite, bestehen recht große Temperaturunterschiede, die rein mechanisch zu unterschiedlicher Ausdehnung der Borke und daraus resultierend zu Spannungsrissen in der Stammrinde führen.
Diese Risse können mehrere Zentimeter lang sein und verlaufen meist in senkrechter Richtung. Diese dünnen Risse wachsen jedoch später nicht wieder zusammen, sondern werden mit dem Dickenwachstum des Stammes im Alter immer breiter.
Es ist hier eine Eintrittspforte für Pilzsporen und Schädlinge entstanden. Auch ist der sensible Bereich der Leitungsbahnen für Wasser und Nährstoffe gestört.
So gilt es beim Winterschutz von Obstbäumen weniger, den Stamm vor Frost zu schützen, als  vor „Sonne“.
Eine Winterschutz-Maßnahme besteht im Unhüllen des Stamms mit Winterschutzmaterialien, wie Winterschutzmatten, Vlies oder Wickelbändern. Die wärmenden Sonnenstrahlen treffen nicht mehr auf die Rinde, sondern werden von den Winterschutzmaterialien abgehalten. Rund um den Stamm wird eine nahezu ähnliche Temperatur gehalten. Spannungsrisse in der Rinde werden vermieden.
Eine andere traditionell schon lange angewendete Methode ist der Weißanstrich von Obstbäumen. Auch hier sollen Spannungsrisse durch zu große Temperaturunterschiede am Stamm verhindert werden. Aber jetzt wirkt ein anderes physikalisches Prinzip: die weiße Farbe reflektiert die auftreffenden Sonnenstrahlen und mindert so die Erwärmung des geweißten Stamms. (Der Effekt ist zu spüren, wenn man die Hand auf ein schwarzes oder weißes Auto legt). Auch so wird der Temperatur-Unterschied in der Stammrinde gemindert und die Gefahr von Spannungsrissen gebannt.
Ein weiterer Effekt des Stammschutzes, sei es durch Umhüllen mit Winterschutzmaterial oder durch Weißanstrich ist, dass sich die äußeren saftführenden Stammschichten nicht so früh im Jahr erwärmen. So wird dem Baum kein Signal zum frühzeitigen Austrieb gegeben. Ganz im Gegenteil, der Obstbaum wird seinen Blütenansatz erst später ausbilden. Die spätere Blüte schützt den Obstbaum aber vor Frostschäden, die immer wieder durch Spätfröste auftreten und einen reduzierten Fruchtansatz und geringere Erntemenge bedeuten.
Durch das Umhüllen mit Winterschutzmatten wird zudem einem möglichen Wildverbiss durch hungrige Rehe vorgebeugt.

ausblenden

Den Winterschutz der Stämme von Jungbäumen und  Obstgehölzen , sowie von Hochstammrosen und anderen „auf Stamm gezogenen“ Pflanzen gilt es im späten Herbst vorzubereiten. Die Stämme sollen... mehr erfahren »
Fenster schließen
Rosenstämmchen und Obstbaumstämme im Winter schützen

Den Winterschutz der Stämme von Jungbäumen und Obstgehölzen, sowie von Hochstammrosen und anderen „auf Stamm gezogenen“ Pflanzen gilt es im späten Herbst vorzubereiten. Die Stämme sollen vor Spannungs- und Frostrissen in der Rinde geschützt werden, die durch große Temperaturschwankungen im späten Winter entstehen können, wenn in der Nacht noch Frost herrscht und am Tag schon recht intensive Sonnenstrahlung erste Wärme mit sich bringt.

Stammschutz für Obstbäume und Jungbäume

Am Ende des Winters im Februar gewinnt die Sonne wieder an Kraft und Wärme. In der Nacht gibt es jedoch weiterhin Minus-Temperaturen. So sind die empfindlichen Zonen der Obstbaumstämme direkt unter der Rinde, in denen sich die Leitungsbahnen befinden, morgens noch gefroren. Dunkle und glatte Stämme, wie bei Jung- und Obstbäumen (Apfel, Birne, Kirsche) adsorbieren aber die Wärme der ersten Sonnenstrahlen und erwärmen sich. Die Borke, in den von der Sonne erwärmten oberen Schichten, dehnt sich stärker aus, als die darunterliegende noch gefrorene Schicht. Dies führt zum Aufspringen der Äußeren Rinde, es entstehen sogenannte Frost- und Spannungsrisse.
Auch auf kleinstem Raum, zwischen besonnter Vorderseite eines Stamms und der gefrorenen Rückseite, bestehen recht große Temperaturunterschiede, die rein mechanisch zu unterschiedlicher Ausdehnung der Borke und daraus resultierend zu Spannungsrissen in der Stammrinde führen.
Diese Risse können mehrere Zentimeter lang sein und verlaufen meist in senkrechter Richtung. Diese dünnen Risse wachsen jedoch später nicht wieder zusammen, sondern werden mit dem Dickenwachstum des Stammes im Alter immer breiter.
Es ist hier eine Eintrittspforte für Pilzsporen und Schädlinge entstanden. Auch ist der sensible Bereich der Leitungsbahnen für Wasser und Nährstoffe gestört.
So gilt es beim Winterschutz von Obstbäumen weniger, den Stamm vor Frost zu schützen, als  vor „Sonne“.
Eine Winterschutz-Maßnahme besteht im Unhüllen des Stamms mit Winterschutzmaterialien, wie Winterschutzmatten, Vlies oder Wickelbändern. Die wärmenden Sonnenstrahlen treffen nicht mehr auf die Rinde, sondern werden von den Winterschutzmaterialien abgehalten. Rund um den Stamm wird eine nahezu ähnliche Temperatur gehalten. Spannungsrisse in der Rinde werden vermieden.
Eine andere traditionell schon lange angewendete Methode ist der Weißanstrich von Obstbäumen. Auch hier sollen Spannungsrisse durch zu große Temperaturunterschiede am Stamm verhindert werden. Aber jetzt wirkt ein anderes physikalisches Prinzip: die weiße Farbe reflektiert die auftreffenden Sonnenstrahlen und mindert so die Erwärmung des geweißten Stamms. (Der Effekt ist zu spüren, wenn man die Hand auf ein schwarzes oder weißes Auto legt). Auch so wird der Temperatur-Unterschied in der Stammrinde gemindert und die Gefahr von Spannungsrissen gebannt.
Ein weiterer Effekt des Stammschutzes, sei es durch Umhüllen mit Winterschutzmaterial oder durch Weißanstrich ist, dass sich die äußeren saftführenden Stammschichten nicht so früh im Jahr erwärmen. So wird dem Baum kein Signal zum frühzeitigen Austrieb gegeben. Ganz im Gegenteil, der Obstbaum wird seinen Blütenansatz erst später ausbilden. Die spätere Blüte schützt den Obstbaum aber vor Frostschäden, die immer wieder durch Spätfröste auftreten und einen reduzierten Fruchtansatz und geringere Erntemenge bedeuten.
Durch das Umhüllen mit Winterschutzmatten wird zudem einem möglichen Wildverbiss durch hungrige Rehe vorgebeugt.

Zuletzt angesehen